Die neue Informationsplattform – wie neue Autoren den Weg auf den Buchmarkt finden können
Die neue Informationsplattform www.aktionsbuendnis-faire-verlage.de bietet neuen Autoren Hilfestellungen und Tipps, wenn diese sich erstmals auf dem weiten Feld des Buchmarktes orientieren möchten. Worauf gilt es zu achten, wenn man sein Manuskript an einen Verlag schickt und wie sollte man bei der Suche nach dem geeigneten Verlag vorgehen. Was sollte man bedenken, wenn eine verlagsfinanzierte Veröffentlichung nicht infrage kommt, wäre dann nicht die Publikation in einem Dienstleisterverlag erwägenswert?
Der Beginn der schriftstellerischen Karriere ist oftmals ein steiniger Weg. Wem hierbei der Weg in den Publikumsverlag versperrt bleibt, weil das Werk nicht dem von Publikumsverlagen angenommenen Mainstream entspricht oder eine amerikanische Lizenz ist, wäre die Beauftragung eines Dienstleisterverlages mit der Veröffentlichung empfehlenswert: Sie ermöglicht dem neuen Autor den Weg auf den Buchmarkt, der ein steiniger sein kann, wenn die wichtigsten Kriterien hierbei nicht bedacht werden. So ist bei der Verlagswahl darauf zu achten, dass der entsprechende Verlag über langjährige Erfahrungen auf dem Markt verfügt und neben Druck und Lieferbarkeit die besonders wichtigen Vertriebsmaßnahmen garantieren kann und diese von Handelsvertretern unterstützt werden.
Ein neuer Autor, der sich den Buchmarkt erschließen will, ist auf hilfreiche und objektive Informationen und Handreichungen angewiesen, die diese neue Plattform gewährleisten möchte.
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Über die Entmündigung des neuen Autors
Das sogenannte „Aktionsbündnis fairer Verlage“, ein Zusammenschluss von Verlagen und Autorenverbänden, die gegen von ihnen als unfair diffamierte Verlage wettern, tritt, so jedenfalls heißt es in ihrer Erklärung, für das Wohl neuer Autoren ein. Doch welches Ziel verfolgt die Allianz der Fairen und Guten, die mit einem von ihnen selbst als besonders fair definierten Selbstverständnis durch die Welt zu gehen versucht? Sollen neue oder bereits auf dem Buchmarkt etablierte Autoren bevormundet oder gar entmündigt werden, wenn es darum geht, einen Verlag zu finden, der ihre Werke publiziert? Der Buchmarkt ist ein schwieriges Terrain, wenn es darum geht, einen passenden Verlag zu finden, um ein Erstlingswerk zu veröffentlichen. Jeder halbwegs gute Kenner des Buchmarktes weiß das. Und wer obendrein verlagsfinanziert veröffentlichen möchte, darf sich ohnehin keine allzu großen Hoffnungen machen, zu häufig werden diese enttäuscht. Ein Autor ist frei und mündig, einen Verlag zu suchen, der sein Werk publiziert, da wir in einem Land leben, in dem man frei wählen darf, denn alles andere wäre Zensur. Somit kann sich der neue Autor auch für die Veröffentlichung in einem Dienstleisterverlag entscheiden. Doch es ist klar, wer hiervon nicht profitiert: Der sich mit Sportsgeist und Fairness brüstende Fairlag, der ob seiner Entmündigung des neuen Autors seine Fairness zu vergessen scheint. Fairness wird Mittel zum Zweck und diejenigen, die dies vor allem betrifft – die neuen Autoren – zum Spielball vorgeschobener Interessen.
Wenn „Fairness“ zu Lasten neuer Autoren geht
Das so genannte „Aktionsbündnis für faire Verlage“ erklärt: „Für den Buchhandel sind diese Veröffentlichungen ebenso uninteressant […]. Seriöse Zeitungen haben i.d.R. kein Interesse an der Rezension solcher Veröffentlichungen. Und wer in diesen Verlagen […] publiziert, ist für eine Mitgliedschaft in vielen Autorenverbänden […] ausgeschlossen“ – eine Erklärung, die reichlich Brennstoff besitzt, da sie das vom Aktionsbündnis vorgebrachte Ziel ad absurdum führt und die wahren Ziele zum Vorschein bringt:
Ihrer Erklärung nach wollen die „fairen Verlage“ neue Autoren vor einer Veröffentlichung im Dienstleisterverlag warnen, da sie diese für unseriös halten. Dass dies nicht der Fall ist, ist für die „Fairen“ unerheblich. Tatsächlich offenbart diese Erklärung jedoch eine Wahrnehmung, die an Unfairness kaum zu überbieten ist: Die neuen Autoren, die das Aktionsbündnis anspricht, haben bei diesen „fairen Verlagen“ keinerlei Chance. Das wissen die in der Branche tätigen „Fairen“ selbstverständlich. Die neuen Autoren werden so in eine Falle gelockt, aus der es kein Entrinnen gibt. Weder war eine verlagsfinanzierte Veröffentlichung möglich, noch konnten besagte neue Autoren ihre daraus resultierende einzige Chance der Publikation bei einem Dienstleisterverlag wahrnehmen. In jedem Fall werden die neuen Autoren von den „fairen Verlagen“ des Aktionsbündnisses von allen Möglichkeiten des Literaturmarktes ausgeschlossen. Als Gutmenschen getarnt schließen die „Fairen“ mit dieser raffinierten Vorgehensweise jede ihnen unliebsame Konkurrenz für ihre etablierten Autoren aus. So wird massiv Zensur geübt – ein mit unseren demokratischen Prinzipien unvereinbares System der Unterdrückung, Ausgrenzung und Diskriminierung.
Fairlage bieten Autoren keine Perspektive
Die Unterzeichner der Erklärung, die das Aktionsbündnis für „faire Verlage“ verfasst hat, kritisieren, dass Dienstleisterverlage, von den Unterzeichnern als „Zuschussverlage“ betitelt, neuen Autoren die Chance nehmen, auf dem Literaturmarkt und bei anderen Verlagen Fuß zu fassen, da diese Autoren ihre Veröffentlichungen „erkauft“ hätten. Sie seien somit jeder Möglichkeit enthoben, ein eigenständiges literarisches Renommee zu entwickeln.Fakt ist jedoch, dass eben diese Verlage, die die oben genannte Erklärung unterzeichnet haben und die sich als besonders fair gegenüber diesen neuen Autoren empfinden, den oben genannten neuen Autoren keinerlei Chance geben, ihre Werke zu veröffentlichen. Neue Autoren werden von Publikumsverlagen in keiner Weise beachtet, geschweige denn, dass diese eine Chance für eine verlagsfinanzierte Veröffentlichung bekommen. Literarisches Renommee erhält ein neuer Autor durch seine nicht veröffentlichten Werke natürlich auch nicht. Daher ist es mehr als legitim, wenn ein Autor, der sein Werk publizieren möchte, aber bei einem Publikumsverlag keinerlei Chance hat, gehört bzw. gelesen zu werden, das Angebot eines Dienstleistungsunternehmens in Anspruch nimmt, das sein Werk veröffentlicht und bewirbt – eine Chance für den neuen Autor also, auf dem hart umkämpften Buchmarkt Gehör zu bekommen. Dienstleister wie die Frankfurt Verlagsgruppe mit ihren Imprints August von Goethe Literaturverlag und Frankfurter Literaturverlag erreichen dabei für die bei ihr veröffentlichenden Autoren hohe bis höchste Anerkennung, aktuell den Preis des Walliser Schriftstellerverbandes AVE/WSV 2007 für den Gedichtband „Im raumfangenden Anstieg“ (ISBN 978-3-86548-789-6) von Annemarie Kreis-Schäppi oder die Verfilmung des Buches „Nur 180 Meter“ von Regina Cäcilia Albrecht (ISBN 978-3-86548-453-6).
Wären die Autoren der Empfehlung „fairer Verlag“ gefolgt, hätte die Autorin Kreis-Schäppi den Schriftstellerpreis und die Autorin Albrecht die Verfilmung ihres Buches nicht erleben können.
Fairlage fühlen sich aus den Angeln gehoben
In ihrer Erklärung führen die Unterzeichner des Aktionsbündnisses für faire Verlage diverse Kritikpunkte gegen die so genannten Zuschussverlage an, die jedoch, bei genauerer Betrachtung der Argumentation, ad absurdum geführt werden können.
So wird den so genannten Zuschussverlagen vorgeworfen, sie würden in renommierten Tageszeitungen, in Internetforen, auf Websites und auf Buchmessen verstärkt und sehr zielbewusst Werbung betreiben. Dass dieses Werbeverhalten von Verlagen als besonders verdächtig interpretiert wird, ist in der Tat merkwürdig und an den Haaren herbeigezogen, denn: Welcher Verlag versucht nicht, durch diverse Werbemaßnahmen, im Internet, in Zeitungen und Zeitschriften und auf Buchmessen auf sich und sein Programm aufmerksam zu machen? Dass ein Unternehmen für sein Produkt wirbt, ist so normal wie das Amen in der Kirche, schließlich muss es sein Produkt verkaufen, damit es wirtschaftlich arbeiten kann.
Die Unterzeichner betonen, dass ein Autor, der die Publikation seines Buches aus eigenen Mitteln bezuschusst, noch lange kein schlechter Autor sei. Nur wird das Werk möglicherweise im Publikumsverlag mit seinen Unmengen unverlangt eingesandter Manuskripte überhaupt nicht wahrgenommen, um verlagsfinanziert veröffentlicht zu werden. Wenn besagter Autor also bei einem so genannten Zuschussverlag veröffentlicht, weil dies für ihn die einzige Möglichkeit ist, sein Buch auf den Markt zu bringen, so würde dieser, so die Unterzeichner, sich jeder Möglichkeit entheben, ein eigenständiges literarisches Renommee zu entwickeln. Wie aber soll ein Autor, dessen Werk im Publikumsverlag nicht erkannt wird und der keine Möglichkeit hat, dort zu publizieren, literarisches Renommee nach Definition der „fairen“ Unterzeichner gewinnen? Ohne Buchveröffentlichung erhält der neue Autor weder Anerkennung noch Renommee. Ein von Publikumsverlagen verkannter Autor soll auf diese Art in infamer Weise daran gehindert werden, überhaupt literarisch in Erscheinung zu treten und das, obwohl er noch lange kein schlechter Autor ist – nach Aussage der sich selbst als „fair“ betitelnden Unterzeichner. Diese widersprechen sich selbst also auch in diesem Punkt, sodass die Frage legitim ist, welche Beweggründe und welches Ziel sie haben. Neuen Autoren, die ja keine schlechten Autoren seien, den Weg auf den Buchmarkt zu ermöglichen ist es offenkundig nicht.
Es bleibt nur die Schlussfolgerung, dass eben diesen neuen Autoren der Weg zu einem literarischen Renommee verwehrt und somit eine Konkurrenz zu den bereits etablierten Autoren unterbunden werden soll. Eine raffinierte Art und Weise, die neuen Autoren als Nachwuchs zu verhindern.
Die Verlagslandschaft im Glaubenskrieg oder Wenn sich Autorenverbände wie Inquisitoren gebärden
Traurig aber wahr: Die Inquisition erlebt ihre Wiedergeburt. Neuerlich hat sich eine Gruppe aus Vertretern von Verlagen und Verbänden zusammengetan – die Allianz der „Fairen und Guten“. Diese hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Menschheit zu retten oder wenigstens einen Teil ihrer Mitglieder vor dem Untergang zu bewahren. Hier und dort werden Ehremotive vorgeschützt, tatsächlich geht es handfest um Pfründe und Geld.
Bedauerlicherweise müssen hierfür die besagten Mitglieder oder neuen Autoren zunächst einmal entmündigt werden, da sie selbst, so der Befund der Allianz, nicht in der Lage sind, sich vor dem drohenden Ende zu schützen. Nein, sie wissen noch nicht einmal, dass sie gerettet werden müssen, woher auch, da sie doch so schutzlos und hilfebedürftig sind. Allein die Allianz entscheidet, was für ihre „Schützlinge“ moralisch vertretbar und was verwerflich ist und daher bekämpft werden muss. Die Aktivisten wollen sich vor der Konkurrenz der neuen Autoren schützen, indem sie die einzige effektive Veröffentlichungsform Ihrer Werke, nämlich eine Veröffentlichung im Verlag, sabotieren. Doch sie kämpfen gegen Windmühlen, da ihre Schützlinge nicht nur keinen Schutz durch die Allianz benötigen, vielmehr wollen sie auch gar nicht entmündigt werden, denn sie wollen selbst entscheiden.
Diejenigen, die von der Allianz der Fairen und Guten als schutzlos und hilfebedürftig definiert werden, sind die neuen Autoren, die, wie bei Autoren eben üblich, ihre Manuskripte veröffentlichen wollen. Doch haben es Autoren heutzutage wie zu jeder Zeit schwer, wenn es darum geht, einen Verleger für ihre Werke zu finden. Viel wichtiger wäre es an dieser Stelle also, den Autoren Wegweisung und Hilfestellung zu geben anstatt ihnen Wege und Möglichkeiten zu verbieten. Autoren wollen, wie alle Menschen auch, selbst entscheiden, wem sie, nach Abwägung der Möglichkeiten, die individuell sehr unterschiedlich sein können, ihr Werk anvertrauen. Doch mit ihren vermeintlichen Warnungen kehrt die Allianz der angeblich Fairen und Guten dieses Prinzip um und macht so den Literaturmarkt zu einer nur begrenzt befahrbaren und mit Stoppschildern versehenen Straße.
Die Inquisition hat sich schon seinerzeit nicht nur nicht bewährt, sie hat auch Schlimmes angerichtet, für Viele bedeutete sie gar den Tod. Hier soll die Veröffentlichung konkurrierender Bücher neuer Autoren verhindert werden. Dennoch kann man feststellen, dass hier mit Mitteln gekämpft wird, die mit den Grundregeln des demokratischen Zusammenlebens unvereinbar sind und in einer Demokratie leben wir schließlich.
Der Vorstand der Frankfurter Verlagsgruppe Holding Aktiengesellschaft August von Goethe dazu befragt äußerte sich: Neue Autoren sollen an einer Veröffentlichung verhindert werden.
Der Börseverein beurteilt eine Veröffentlichung mit Druckkostenzuschuss als „durchaus positiv“
Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Frankfurt am Main bezieht zum Thema „schwarze Schafe“ deutlich Stellung. So bewertet er die Veröffentlichung von Manuskripten gegen Zahlung eines Druckkostenbeitrages als durchaus positiv, wenn einem Autor die Möglichkeit für eine Publikation bei einem Publikumsverlag verwehrt bleibe. Schließlich sei es der freie Wille eines jeden Autors, die Veröffentlichung seines Werkes durch Zahlung eines Beitrages zu verwirklichen, wenn er hierfür einen seriösen Partner gefunden habe. Manche wichtigen literarischen Werke hätten niemals ihren Weg auf den Literaturmarkt gefunden, gäbe es diese Ausnahme von der Regel nicht. Daher sei diese Form der Publikation nicht nur nicht zu kritisieren, vielmehr könne sie sogar positiv zu beurteilen sein. Allerdings gelte, so der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, der Appell an die Autoren, vor dem Abschließen von Verträgen diese sehr genau zu prüfen.
Diese grundsätzliche Stellungnahme der Standesorganisation der deutschen Buchhändler und Verleger zeigt, dass die von anderer Seite verlauteten Diskreditierungen kaum Hand und Fuß haben. So wird zum Beispiel das von der Allianz der sich als besonders fair verstehenden Verlage und Autorenverbände postulierte Ziel, neue und unerfahrene Autoren schützen zu wollen, ad absurdum geführt. Gerade neue und auf dem Literaturmarkt unerfahrene Autoren benötigen neutrale Hilfestellungen, die ihnen Möglichkeiten bieten, sich den Buchmarkt zu erschließen. Das so genannte Aktionsbündnis für faire Verlage zeigt sich hier jedoch alles andere als fair, wenn sie den Autoren, denen eine verlagsfinanzierte Veröffentlichung nicht möglich ist, Alternativen verbieten und somit potentiellen Autoren die Veröffentlichung unmöglichen machen will.
Letztlich soll damit auch die Konkurrenz gezielt verhindert werden. Denn wer nicht veröffentlicht, kann nicht wahrgenommen werden.
Über das Selbstverständnis verbündeter Fairlage
Wer sich im Recht glaubt, zeigt schnell mit dem Finger auf diejenigen, von denen er annimmt, dass diese im Unrecht sind. So jedenfalls verhält es sich aktuell von Seiten des so genannten Aktionsbündnisses fairer Verlage, einem Zusammenschluss von Verlagen und Autorenverbänden, die gegen von ihnen als unfair diffamierte Verlage wettern.
Die Allianz der Fairen und Guten, die mit einem von ihnen selbst als besonders fair definierten Selbstverständnis durch die Welt zu gehen versuchen – welches Ziel verfolgen die neuen Bilderstürmer des Verlagswesens, oder muss es nun Fairlagswesen heißen? Sollen Autoren, ob neu oder bereits auf dem Buchmarkt etabliert, bevormundet oder gar entmündigt werden, wenn es darum geht, einen Verlag zu finden, der ihre Werke publiziert? Jeder halbwegs gute Kenner des Buchmarktes weiß, dass das Suchen eines adäquaten Verlages und noch vielmehr das Finden eines solchen mit enormen Schwierigkeiten verbunden sind. Wer ausschließlich verlagsfinanziert veröffentlichen möchte, der darf sich ohnehin keine allzu großen Hoffnungen machen, zu häufig werden diese enttäuscht. Will ein Autor dennoch sein Werk publizieren, so ist er frei und mündig, einen Verlag zu suchen, der ihm dieses ermöglicht – schließlich leben wir in einem Land, in dem man frei wählen darf, alles andere wäre Zensur. Entscheidet sich der Autor für die Veröffentlichung in einem Dienstleisterverlag, so ist klar, wer hiervon nicht profitiert: Der sich mit Sportsgeist und Fairness brüstende Fairlag, der ob seiner Entmündigung des neuen Autors seine Fairness zu vergessen scheint.
In welch einer Welt leben wir, wenn Fairness als Mittel zum Zweck dient und diejenigen, die dies vor allem betrifft – die neuen Autoren – zum Spielball von vorgeschobenen Interessen werden.
Der Bund Deutscher Schriftsteller e.V. informiert:
Zu den Möglichkeiten des neuen Autors, zu veröffentlichen:
- Neue Autoren sind in der Regel darauf angewiesen, ihre Veröffentlichung selbst zu finanzieren.
- Die Finanzierung durch Autoren ist ein anerkanntes Prinzip, das in der Geschichte des Buchhandels von Goethe, Schiller, Hermann Hesse, Klaus Mann, Max Frisch, Herman Melville und anderen Großen erfolgreich genutzt wurde.
- Die Beauftragung eines Dienstleisterverlages mit der Veröffentlichung war und ist für viele Autoren der Beginn einer schriftstellerischen Karriere.
- Autoren, die für die Kosten ihrer Veröffentlichung selbst aufgekommen sind, wurden und werden je nach Lage des Marktes von Konzernverlagen übernommen.
Welche Verlage zu empfehlen sind:
- Zu empfehlen sind Dienstleisterverlage, die die Dienstleistung der Veröffentlichung anbieten und Publikationskosten berechnen.
- Zu empfehlen ist die Beauftragung eines Verlages, der nicht nur Druck und Lieferbarkeit garantiert, sondern auch Vertriebsmaßnahmen (Lesungsorganisation, Fernsehauftritt u.ä.).
- Autoren sollten darauf achten, dass sie bei langjährig am Markt tätigen Verlagen veröffentlichen, die über die notwendige Erfahrung verfügen.
- Autoren sollten dringend darauf achten, dass der Verlag, wie zum Beispiel die Frankfurter Verlagsgruppe/August von Goethe Literaturverlag oder Piper oder Langen-Müller, über Handelsvertreter verfügt.
Falsche Ratgeber:
- Einzelne Autorenvereine haben ein Interesse daran, neuen Autoren den Zugang zum Markt zu erschweren, denn diese Vereine verteidigen die wirtschaftlichen Interessen der schon etablierten Autoren. Deshalb wird von manchen dieser Vereine propagiert, neue Autoren dürften nicht in eigener Regie in den Markt drängen und deshalb vor allem keinen Dienstleisterverlag beauftragen. Tun sie es doch, bestimmt die Satzung, dass sie von der Mitgliedschaft ausgeschlossen sind (z.B. der „Verband deutscher Schriftsteller“ VS, ver.di, Vors. Imre Török, oder der dubiose „Bundesverband junger Autoren“ BVJA). Beauftragen neue Autoren keinen Dienstleisterverlag und bleiben unveröffentlicht, dürfen sie ebenfalls dem Verein nicht beitreten. Bei Erklärungen, warum Autoren Dienstleisterverlage nicht beauftragen sollen, geht es also darum, neue Autoren von der Verwertung ihrer Werke fernzuhalten.
- Spezialisiert hat sich auch der „Autorenhaus Verlag Manfred Plinke“, der Autoren seine Ratgeber zum Schreiben und Verlegen verkauft, wohl wissend, dass kein Ratgeber die Verlegung bei Ullstein oder Bertelsmann herstellen kann. Für diesen Kleinverlag (das „Autorenhaus“ residiert in einem Berliner Vorort-Reihenhäuschen), dessen Geschäft von vielen als unseriös angesehen wird, ist es ebenfalls wichtig, Autoren davon abzuhalten, bei Dienstleisterverlagen zu veröffentlichen – haben sie nämlich bereits ihr Buch verlegt, kaufen sie die Bücher des Ratgeberverlages nicht mehr.